Die Zutatenliste verstehen – Teil 2 Zutaten und Zusatzstoffe richtig einordnen
- Matthias Schiedt
- 6. Juli
- 19 Min. Lesezeit
Warum eine Zutatenliste oft mehr über ein Hundefutter verrät als die Vorderseite der Verpackung.

Einleitung
Im ersten Teil unserer Artikelreihe haben wir uns intensiv mit den tierischen Bestandteilen eines Hundefutters beschäftigt. Dabei haben wir gelernt, warum Begriffe wie „40 % Frischfleisch“ oft ganz anders zu bewerten sind, als sie auf den ersten Blick erscheinen.
Außerdem haben wir gesehen, wie wichtig eine transparente Deklaration ist und warum man Werbeaussagen niemals ungeprüft übernehmen sollte.
Heute möchte ich einen Schritt weitergehen.
Denn hinter jeder Zutatenliste verbergen sich zahlreiche weitere Bestandteile, die viele Hundehalter zwar lesen, aber häufig nicht richtig einordnen können.
Erbsenprotein, Kartoffelstärke, Rübentrockenschnitzel, Lachsöl, Kräuter, MOS, FOS oder Natriumchlorid – all diese Begriffe tauchen regelmäßig auf Futtersäcken und Dosen auf. Manche werden im Internet regelrecht verteufelt, andere gelten fast automatisch als Qualitätsmerkmal.
Meiner Meinung nach liegt die Wahrheit – wie so oft – irgendwo dazwischen.
Denn eine einzelne Zutat macht noch lange kein gutes oder schlechtes Hundefutter.
Viel wichtiger ist die Frage:
Warum wurde diese Zutat überhaupt eingesetzt? Welche Aufgabe erfüllt sie? Und passt sie sinnvoll zur gesamten Rezeptur?
Genau diese Denkweise möchte ich euch mit diesem Artikel vermitteln.
Wer meine Beiträge schon länger verfolgt, wird vielleicht feststellen, dass sich auch meine eigene Sichtweise in den letzten Monaten verändert hat. Ich habe viel Fachliteratur gelesen, mich intensiv mit der Darmgesundheit beschäftigt und gleichzeitig zahlreiche Erfahrungen aus der Ernährungsberatung gesammelt.
Dadurch hinterfrage ich heute viele Zutaten deutlich differenzierter als noch vor einiger Zeit.
Ein gutes Beispiel dafür ist das Thema „getreidefrei“.
Vor einigen Jahren hätte ich vermutlich selbst noch gesagt:
„Getreidefrei klingt doch erstmal gut.“
Heute sehe ich das anders.
Nicht weil Getreide plötzlich besonders gut wäre.
Sondern weil ich gelernt habe, die gesamte Rezeptur zu betrachten.
Die eigentliche Frage lautet heute für mich nicht mehr:
Ist Getreide enthalten?
Sondern:
Wodurch wurde das Getreide ersetzt? Wie hoch ist der Anteil?
Wenn dich dieses Thema näher interessiert, empfehle ich dir unseren ausführlichen Blogartikel
„Getreidefreies Hundefutter: Ist Getreide im Hundefutter wirklich schlecht?“.
➡️ Hier geht's zum Blogartikel "Getreidefreies Hundefutter"
Dort erklären wir unter anderem, warum Getreide nicht grundsätzlich schlecht ist, weshalb „getreidefrei“ für mich heute kein Qualitätsmerkmal mehr darstellt und worauf Hundehalter stattdessen achten sollten.
Genau so möchte ich mit euch heute die Zutatenliste eines Hundefutters lesen.
Nicht schwarz oder weiß.
Nicht gut oder schlecht.
Sondern nachvollziehbar, kritisch und vor allem fair.
Natürlich gibt es noch viele weitere Zutaten, Zusatzstoffe und Rohstoffe, auf die wir eingehen könnten. Würden wir jeden einzelnen ausführlich erklären, entstünde eher ein Fachbuch als ein Blogartikel. Deshalb konzentrieren wir uns in diesem Beitrag auf die Begriffe, die in der Praxis am häufigsten für Verunsicherung sorgen und bei der Beurteilung eines Hundefutters besonders relevant sind.
💡 Mein Grundsatz
Je transparenter die Deklaration, desto besser kann ich die Qualität eines Futters beurteilen.
Ich bewerte ein Hundefutter nicht anhand einzelner Zutaten oder Werbeaussagen auf der Verpackung. Entscheidend ist für mich immer das Gesamtbild. Eine transparente Deklaration schafft Vertrauen und ermöglicht es überhaupt erst, die Qualität eines Futters objektiv einzuordnen.
Kapitel 1 – Pflanzliche Bestandteile
Kaum ein Trockenfutter kommt heute ohne pflanzliche Zutaten aus.
Das ist grundsätzlich auch überhaupt nichts Schlechtes.
Pflanzliche Bestandteile liefern unter anderem Energie, Ballaststoffe, Vitamine oder sorgen dafür, dass ein Trockenfutter überhaupt seine Form behält.
Trotzdem lohnt sich ein genauer Blick.
Denn nicht jede pflanzliche Zutat erfüllt dieselbe Aufgabe und nicht jede wird aus denselben Gründen eingesetzt.
Wichtig ist jedoch nicht nur, welche pflanzlichen Bestandteile enthalten sind, sondern auch in welcher Menge. Viele pflanzliche Zutaten können in sinnvoller Dosierung einen wertvollen Beitrag zur Ernährung leisten – beispielsweise als Ballaststoffquelle oder Lieferant natürlicher Vitamine und sekundärer Pflanzenstoffe. Werden sie jedoch zum Hauptbestandteil eines Futters oder ersetzen einen großen Teil der tierischen Zutaten, sollte die Rezeptur kritisch hinterfragt werden.
Aus meiner Sicht sollte hochwertiges tierisches Protein die Grundlage einer ausgewogenen Hundeernährung bilden, während pflanzliche Bestandteile diese sinnvoll ergänzen können.
Erbsen
Erbsen gehören heute zu den häufigsten Bestandteilen vieler getreidefreier Futtersorten.
Sie liefern Kohlenhydrate, Ballaststoffe und pflanzliches Eiweiß.
Grundsätzlich sind Erbsen keine schlechte Zutat.
Problematisch wird es allerdings, wenn sie einen sehr großen Anteil der Rezeptur ausmachen oder gleich mehrfach in unterschiedlichen Formen auftauchen.
So findet man häufig:
Erbsen
Erbsenmehl
Erbsenprotein
Erbsenfasern
Dadurch wirkt jede einzelne Zutat in der Deklaration zunächst kleiner. Zusammen können sie jedoch einen erheblichen Anteil des Futters ausmachen.
Gerade deshalb lohnt sich ein genauer Blick auf die gesamte Zutatenliste.

Kartoffeln und Kartoffelstärke
Kartoffeln gelten häufig als gut verträgliche Kohlenhydratquelle und werden insbesondere in getreidefreien Futtersorten gerne eingesetzt.
Kartoffelstärke erfüllt dagegen vor allem technologische Aufgaben. Sie sorgt unter anderem dafür, dass die Kroketten ihre Form behalten und dient gleichzeitig als Energielieferant.
Aus meiner Sicht ist Kartoffelstärke weder grundsätzlich gut noch schlecht.
Kartoffeln liefern neben Stärke auch natürliche Vitamine, Mineralstoffe und Ballaststoffe. Aus meiner Sicht ist es deshalb deutlich sinnvoller, die ganze Kartoffel zu verwenden, als lediglich isolierte Kartoffelstärke. Während die ganze Kartoffel wertvolle Begleitstoffe mitbringt, dient Kartoffelstärke in erster Linie als reiner Energielieferant und technologischer Bestandteil der Rezeptur.
Wie auch bei anderen Kohlenhydratquellen spielt dabei die eingesetzte Menge eine entscheidende Rolle. Ein moderater Anteil hochwertiger Stärkequellen ist für die meisten Hunde unproblematisch. Besteht ein Futter jedoch zu einem sehr hohen Anteil aus Stärke, kann dies die Energiedichte der Ration deutlich erhöhen und geht häufig zulasten des tierischen Proteinanteils.
Außerdem kann ein dauerhaft sehr hoher Stärkeanteil – insbesondere bei dafür anfälligen Hunden – unter anderem die Zahngesundheit, Nieren oder das Körpergewicht negativ beeinflussen.
Entscheidend ist deshalb immer die gesamte Zusammensetzung des Futters.
Bohnen, Linsen und andere Hülsenfrüchte
Auch Bohnen oder Linsen findet man heute immer häufiger in Futtermitteln.
Sie liefern Ballaststoffe und pflanzliches Eiweiß.
Gerade in getreidefreien Futtersorten ersetzen sie häufig klassische Getreidearten.
Auch hier gilt für mich:
Nicht die einzelne Zutat entscheidet.
Sondern ihre Menge innerhalb der gesamten Rezeptur.
Eine kleine Ergänzung ist etwas völlig anderes als eine Rezeptur, die überwiegend aus pflanzlichen Eiweißquellen besteht.
Ein weiterer Punkt ist wieder die eingesetzte Menge. Werden Hülsenfrüchte wie Erbsen oder Linsen in sehr hohen Anteilen verwendet, wird dies seit einigen Jahren auch im Zusammenhang mit der Diskussion um getreidefreie Futtermittel und die Herzgesundheit (DCM) von Hunden immer wieder thematisiert.
Ausführlicher gehen wir auf dieses Thema in unserem Blogartikel „Getreidefreies Hundefutter: Ist Getreide im Hundefutter wirklich schlecht?“ ein.
Reis, Hafer und andere Getreidearten
Nach unserem ersten Blogartikel dürfte klar geworden sein:
Reis, Hafer oder auch andere Getreidesorten können – je nach Hund – durchaus sinnvolle Bestandteile eines Futters sein.
Vor allem Hafer bringt neben Energie auch Ballaststoffe sowie verschiedene Mineralstoffe mit.
Deshalb halte ich nichts von pauschalen Aussagen wie:
„Getreidefrei ist immer besser.“
Entscheidend bleibt immer der einzelne Hund und die gesamte Rezeptur
💡 Meine persönliche Einschätzung
Früher habe ich deutlich stärker darauf geachtet, ob ein Futter getreidefrei ist.
Heute interessiert mich vielmehr, wodurch das Getreide ersetzt wurde.
Wenn anstelle von Getreide große Mengen Erbsenmehl, Kartoffelstärke oder Bohnen eingesetzt werden, sehe ich darin nicht automatisch einen Qualitätsgewinn.
Neben der Art der Zutat spielt auch ihre Menge eine entscheidende Rolle. Viele pflanzliche Bestandteile können die Rezeptur sinnvoll ergänzen. Sie sollten jedoch aus meiner Sicht den tierischen Anteil nicht verdrängen, sondern diesen unterstützen.
Für mich steht deshalb immer die gesamte Rezeptur im Vordergrund.

Kapitel 2 – Öle und Fette
Kaum eine Zutat wird von Hundehaltern so häufig unterschätzt wie Fett.
Dabei spielt Fett eine entscheidende Rolle für die Gesundheit des Hundes.
Es liefert Energie, unterstützt die Aufnahme fettlöslicher Vitamine und ist unter anderem wichtig für Haut, Fell, Gehirn sowie zahlreiche Stoffwechselprozesse.
Leider wird Fett häufig nur über seinen Prozentwert bewertet.
Dabei sagt dieser allein noch überhaupt nichts über die Qualität aus.
Viel entscheidender ist die Frage:
Welche Fettquellen wurden verwendet?
Lachsöl
Lachsöl gehört für mich zu den hochwertigeren Fettquellen.
Es liefert wertvolle Omega-3-Fettsäuren, insbesondere EPA und DHA.
Diese können unter anderem Haut, Fell und verschiedene Stoffwechselprozesse unterstützen.
Allerdings gilt auch hier:
Die Qualität des Öls und die eingesetzte Menge spielen eine entscheidende Rolle.
Ein kleiner Anteil Lachsöl macht aus einem durchschnittlichen Futter noch lange kein Spitzenprodukt.
Krill
Krill gewinnt in den letzten Jahren zunehmend an Bedeutung.
Neben Omega-3-Fettsäuren enthält Krill unter anderem natürliches Astaxanthin sowie Phospholipide, wodurch die Fettsäuren vom Körper besonders gut aufgenommen werden können.
Persönlich sehe ich Krill als hochwertige Ergänzung einer Rezeptur.
Entscheidend bleibt jedoch auch hier die gesamte Zusammensetzung des Futters.
Pflanzliche Öle
Pflanzliche Öle unterscheiden sich deutlich in ihrer Fettsäurezusammensetzung. Während Sonnenblumen- oder Distelöl überwiegend Omega-6-Fettsäuren liefern, enthalten Leinöl oder Hanföl vergleichsweise hohe Mengen an pflanzlichen Omega-3-Fettsäuren (Alpha-Linolensäure).
Da Hunde über viele Futtermittelbestandteile bereits ausreichend Omega-6-Fettsäuren aufnehmen, liegt die Herausforderung häufig weniger in einer zusätzlichen Versorgung mit Omega-6 als vielmehr in einem ausgewogenen Verhältnis von Omega-6 zu Omega-3.
Aus meiner Sicht sind deshalb hochwertige Omega-3-Quellen – beispielsweise Fischöl oder Algenöl – häufig die sinnvollere Ergänzung.
Tierische Fette
Geflügelfett oder Rinderfett liefern dem Hund in erster Linie Energie und verbessern häufig die Akzeptanz eines Futters.
Auch sie sind nicht grundsätzlich schlecht.
Wichtig ist vielmehr, dass hochwertige tierische Fette verwendet werden und das Verhältnis zwischen Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren insgesamt ausgewogen bleibt.
Transparenz bei Ölen und Fetten
Ein Punkt, der mir persönlich besonders wichtig ist, ist die Deklaration.
Steht in der Zutatenliste lediglich „Öle und Fette“, kann ich als Hundehalter kaum beurteilen, welche Rohstoffe tatsächlich verwendet wurden. Hinter dieser allgemeinen Bezeichnung können sich sowohl hochwertige als auch eher schlechte Fettquellen verbergen.
Deutlich transparenter finde ich Angaben wie:
Lachsöl
Krill
Leinöl
Hanföl
Algenöl
Geflügelfett
Rinderfett
Je genauer ein Hersteller seine Fettquellen beschreibt, desto besser kann ich die Qualität einschätzen.
Für mich gilt deshalb ein einfacher Grundsatz:
Je transparenter die Deklaration ist, desto größer ist mein Vertrauen in das Produkt.
💡 Meine persönliche Einschätzung
Fett wird meiner Meinung nach häufig völlig zu Unrecht verteufelt. Entscheidend ist für mich nicht die Fettmenge, sondern die Qualität und Herkunft der verwendeten Fettquellen.
Hochwertige tierische Fette sowie klar deklarierte Omega-3-Quellen wie Lachsöl, Krillöl, Algenöl oder hochwertiges Leinöl werte ich grundsätzlich sehr positiv.
Steht in der Zutatenliste jedoch lediglich „Öle und Fette“, ist das für mich persönlich ein absolutes Ausschlusskriterium. Nicht, weil ich dadurch automatisch von minderwertigen Fetten ausgehe – sondern weil ich als Hundehalter schlicht keine Möglichkeit habe, die Qualität der verwendeten Fettquellen zu beurteilen.
Für mich gilt: Wer hochwertige Zutaten verwendet, hat keinen Grund, sie hinter einer allgemeinen Sammelbezeichnung zu verstecken. Im Gegenteil – gute Rohstoffe sind ein Qualitätsmerkmal und sollten auch entsprechend transparent deklariert werden. Fehlt diese Transparenz, kommt das Futter für mich nicht infrage.

💡 Hinweis: Das Thema Öle und Fette ist deutlich komplexer, als es auf den ersten Blick erscheint. Neben der Auswahl des richtigen Öls spielen unter anderem die Qualität, Herkunft, Herstellung, Lagerung sowie das Verhältnis von Omega-6- zu Omega-3-Fettsäuren eine entscheidende Rolle. Da dieses Thema den Rahmen dieses Artikels sprengen würde, widmen wir ihm einen eigenen Blogbeitrag. (Link folgt.)
Kapitel 3 – Präbiotika, Ballaststoffe und Darmgesundheit
Wer sich einmal etwas intensiver mit Zutatenlisten beschäftigt, stößt früher oder später auf Begriffe wie MOS, FOS, Inulin, Flohsamenschalen oder Zichorienwurzel.
Für viele Hundehalter wirken diese Bezeichnungen zunächst kompliziert oder sogar etwas abschreckend.
Dabei verfolgen viele dieser Zutaten ein gemeinsames Ziel:
Sie sollen die Darmgesundheit unterstützen.
Gerade dieses Thema hat meine eigene Sichtweise in den letzten Monaten wahrscheinlich am stärksten verändert.
Früher habe ich viele dieser Zusätze eher kritisch betrachtet. Heute sehe ich das deutlich differenzierter.
Nicht weil ich plötzlich glaube, dass möglichst viele Zusätze automatisch ein gutes Futter ausmachen.
Sondern weil ich inzwischen verstanden habe, welche enorme Bedeutung die Darmgesundheit für den gesamten Organismus eines Hundes hat.
Der Darm ist weit mehr als nur ein Verdauungsorgan.
Er ist Lebensraum für Milliarden von Mikroorganismen, die gemeinsam das sogenannte Mikrobiom bilden. Dieses beeinflusst nicht nur die Verdauung, sondern unter anderem auch das Immunsystem, den Stoffwechsel und viele weitere Prozesse im Körper.
Genau deshalb lohnt sich gerade bei diesem Thema ein besonders genauer Blick.
MOS (Mannan-Oligosaccharide)
MOS werden überwiegend aus den Zellwänden von Hefen gewonnen und gehören zu den sogenannten Präbiotika.
Sie dienen bestimmten nützlichen Darmbakterien als Nahrungsgrundlage und können dadurch die Darmflora unterstützen.
Außerdem gibt es Hinweise darauf, dass sie dazu beitragen können, bestimmte unerwünschte Keime an sich zu binden, wodurch diese sich schlechter an der Darmwand anheften können.
Grundsätzlich ist das zunächst einmal nichts Negatives.
Im Gegenteil – gezielt eingesetzt können MOS durchaus sinnvoll sein.
Dennoch sehe ich ihren Einsatz heute etwas kritischer als noch vor einiger Zeit.
Nach meinem heutigen Wissensstand gehören MOS nicht zwangsläufig in jedes Alleinfuttermittel.
Eine hochwertige Ernährung sollte den Darm bereits über ihre Grundrezeptur unterstützen. Hochwertige tierische Rohstoffe, passende Ballaststoffe und eine ausgewogene Zusammensetzung bilden aus meiner Sicht die wichtigste Grundlage für eine gesunde Darmflora.
MOS können diese Ernährung ergänzen.
Sie sollten sie jedoch nicht ersetzen.
FOS (Fructooligosaccharide)
FOS gehören ebenfalls zu den Präbiotika und erfüllen eine ähnliche Aufgabe wie MOS.
Auch sie dienen bestimmten Darmbakterien als Nahrungsquelle und können das Gleichgewicht der Darmflora unterstützen.
Häufig werden MOS und FOS gemeinsam eingesetzt.
Das kann durchaus sinnvoll sein.
Dennoch gilt auch hier:
Mehr ist nicht automatisch besser.
Werden Präbiotika dauerhaft oder in größeren Mengen eingesetzt, kann der ursprünglich gewünschte Effekt unter Umständen verloren gehen. Deshalb sehe ich MOS und FOS heute eher als gezielte Unterstützung und weniger als einen selbstverständlichen Bestandteil jedes Alleinfutters.
Inulin
Inulin wird häufig aus der Zichorienwurzel gewonnen und zählt ebenfalls zu den Präbiotika.
Es kann das Wachstum bestimmter Darmbakterien fördern und wird deshalb gerne hochwertigen Futtermitteln zugesetzt.
Auch hier gilt für mich derselbe Grundsatz:
Inulin kann sinnvoll sein.
Es ersetzt jedoch niemals eine insgesamt hochwertige und ausgewogene Ernährung.
Flohsamenschalen
Flohsamenschalen gehören zu den Ballaststoffen und besitzen eine besondere Eigenschaft:
Sie können große Mengen Wasser binden.
Dadurch können sie sowohl bei zu festem als auch bei zu weichem Kot unterstützend wirken.
Gerade bei empfindlichen Hunden oder im Rahmen eines gezielten Darmaufbaus können Flohsamenschalen durchaus eine sinnvolle Ergänzung sein.
Ganz wichtig aber auch ist bei ständiger Gabe und zu viel: Flohsamenschalen können durch ihre stark quellenden Eigenschaften (sie binden ein Vielfaches an Wasser) nicht nur Wasser, sondern auch Nährstoffe, Mineralien und Medikamente im Darm binden. Dadurch können sie deren Aufnahme in den Körper (Resorption) verzögern oder verhindern.
Rübentrockenschnitzel
Kaum eine Zutat wird vermutlich so kontrovers diskutiert wie Rübentrockenschnitzel. Viele Hundehalter verbinden sie sofort mit Zucker oder einem günstigen Füllstoff. Tatsächlich handelt es sich jedoch um entzuckerte Rübenfasern, die nach der Zuckergewinnung übrig bleiben und vor allem als Ballaststoffquelle dienen.
Diese sogenannten diätetischen Ballaststoffe können die natürliche Darmtätigkeit unterstützen, die Kotkonsistenz positiv beeinflussen und einer gesunden Darmflora zugutekommen. Gerade bei empfindlichen Hunden können sie deshalb durchaus sinnvoll sein.
Aus meiner Sicht sind Rübentrockenschnitzel daher häufig die bessere Wahl als reine Füllstoffe wie Cellulose, die überwiegend der Struktur des Futters dienen und ernährungsphysiologisch deutlich weniger beitragen.
Wie bei nahezu allen Zutaten gilt jedoch auch hier: Die Menge entscheidet. In einer ausgewogenen Rezeptur können Rübentrockenschnitzel einen sinnvollen Beitrag leisten. Sie ersetzen jedoch keine hochwertigen tierischen Rohstoffe, sondern sollten diese sinnvoll ergänzen.
💡 Meine persönliche Einschätzung
Rübentrockenschnitzel werden meiner Meinung nach häufig zu Unrecht pauschal negativ bewertet. Als Ballaststoffquelle sehe ich sie durchaus positiv.
Dennoch wünsche ich mir, dass hochwertige tierische Zutaten den Schwerpunkt einer Rezeptur bilden und Ballaststoffe möglichst aus mehreren natürlichen Quellen stammen.
Entscheidend bleibt für mich deshalb immer die gesamte Rezeptur – und nicht die Bewertung einer einzelnen Zutat.
Ballaststoffe sind nicht gleich Ballaststoffe
Viele Hundehalter verbinden Ballaststoffe zunächst mit unnötigen Füllstoffen.
Ganz so einfach ist es jedoch nicht.
Ballaststoffe übernehmen zahlreiche wichtige Aufgaben.
Sie beeinflussen unter anderem:
die Darmbewegung,
die Kotkonsistenz,
die Zusammensetzung der Darmflora
und teilweise sogar das Sättigungsgefühl.
Entscheidend ist deshalb nicht, ob Ballaststoffe enthalten sind.
Sondern:
Welche Ballaststoffe verwendet werden, in welcher Menge sie enthalten sind und ob sie sinnvoll in die gesamte Rezeptur eingebunden wurden.

💡 Meine persönliche Einschätzung
Kaum ein Thema hat meine Sichtweise in den letzten Monaten und Jahren so stark verändert wie die Darmgesundheit.
Heute weiß ich, wie wichtig eine gesunde Darmflora für das Wohlbefinden eines Hundes ist.
Trotzdem bin ich der Überzeugung, dass eine hochwertige Ernährung den Darm in erster Linie über ihre Grundzutaten unterstützen sollte.
Präbiotika wie MOS, FOS oder Inulin können dabei durchaus eine sinnvolle Ergänzung sein.
Ich sehe sie jedoch eher als gezieltes Werkzeug, beispielsweise im Rahmen eines Darmaufbaus oder wenn ein Hund tatsächlich Unterstützung benötigt – und nicht als festen Bestandteil jedes Alleinfutters. Oder nehmen wir Menschen täglich Präbiotika zu uns? Nein, wahrscheinlich nicht.
Zusätze sollten eine gute Ernährung ergänzen – niemals ersetzen.
💡 Mein Grundsatz
Je hochwertiger und natürlicher die Grundrezeptur eines Futters ist, desto weniger muss später über Zusätze ausgeglichen werden.
Kapitel 5 – Mineralstoffe und Zusatzstoffe: Viel Chemie oder notwendige Ergänzung?
Wenn Hundehalter zum ersten Mal eine Zutatenliste oder die analytischen Bestandteile eines Futters genauer lesen, stolpern sie häufig über Begriffe, mit denen sie zunächst wenig anfangen können.
Calciumcarbonat.
Zinkchelat.
Kupfersulfat.
Natriumselenit.
Kaliumchlorid.
Oder eben auch Natriumchlorid.
Auf den ersten Blick wirkt das schnell wie eine lange Liste chemischer Zusätze.
Viele stellen sich deshalb automatisch die Frage:
"Warum muss das überhaupt zugesetzt werden?"
Die Antwort darauf ist jedoch nicht ganz so einfach.
Warum werden Mineralstoffe überhaupt zugesetzt?
Mineralstoffe gehören – genau wie Vitamine – zu den lebensnotwendigen Nährstoffen eines Hundes.
Sie werden unter anderem für den Knochenstoffwechsel, Muskeln, Nerven, Blutbildung oder zahlreiche Enzyme benötigt.
Vor allem bei hochverarbeiteten Futtersorten reichen die natürlichen Gehalte der verwendeten Rohstoffe häufig nicht aus, um den Bedarf des Hundes zuverlässig zu decken.
Deshalb werden viele Mineralstoffe gezielt ergänzt.
Das ist grundsätzlich nichts Ungewöhnliches und auch kein Zeichen für ein schlechtes Futter.
Dennoch lohnt sich auch hier wieder ein genauer Blick.
Natürlich enthalten oder künstlich ergänzt?
Idealerweise bringt eine hochwertige Rezeptur bereits möglichst viele Mineralstoffe und Spurenelemente über ihre natürlichen Zutaten mit.
Je hochwertiger und abwechslungsreicher die verwendeten Rohstoffe sind, desto weniger muss häufig später ergänzt werden.
Gerade bei stärker verarbeiteten Futtermitteln lassen sich Ergänzungen jedoch kaum vermeiden.
Deshalb bewerte ich zugesetzte Mineralstoffe heute deutlich differenzierter als früher.
Sie sind nicht grundsätzlich negativ.
Trotzdem bevorzuge ich Rezepturen, bei denen möglichst viel über hochwertige Rohstoffe und möglichst wenig über künstliche Ergänzungen ausgeglichen werden muss.
Natriumchlorid (Kochsalz)
Kaum eine Zutat sorgt regelmäßig für so viele Diskussionen wie Natriumchlorid.
Dabei handelt es sich nichts anderes als Kochsalz.
Grundsätzlich benötigen Hunde Natrium und Chlorid für zahlreiche Stoffwechselprozesse.
Ein völliger Verzicht wäre deshalb weder sinnvoll noch natürlich.
Trotzdem schaue ich bei dieser Zutat genauer hin.
Nicht weil Salz grundsätzlich schlecht wäre.
Sondern weil ich mich immer frage:
Warum wurde es zugesetzt?
Dient es lediglich dazu, den natürlichen Bedarf zu decken? Denn den erreiche ich auch durch Verwendung qualitativ hochwertiger und ausgewählten Zutaten.
Oder soll es zusätzlich die Schmackhaftigkeit des Futters verbessern, also dient es als Geschmackverstärker?
Salz wird auch als Konservierungsstoff verwendet, bei manchen Herstellern steht vorne drauf ohne Konservierungsstoffe und hinten in der Zutatenliste steht dann Natriumchlorid?
Diese Frage lässt sich anhand einer Zutatenliste zwar nicht immer eindeutig beantworten.
Dennoch bevorzuge ich persönlich Rezepturen, die möglichst ohne zugesetztes Natriumchlorid auskommen und ihre Akzeptanz und den Bedarf überwiegend über hochwertige Rohstoffe erreichen.
Hunde können im Vergleich zu uns Menschen viel weniger Salz vertragen, meist reicht der natürliche Gehalt von hochwertigen Rohstoffen wie Muskelfleisch, Innereien usw. aus um den Bedarf an Salz für unsere Hunde zu decken.
Zusatzstoffe richtig einordnen
Der Begriff "Zusatzstoffe" klingt zunächst oft negativ.
Tatsächlich verbirgt sich dahinter jedoch eine ganze Reihe völlig unterschiedlicher Stoffe.
Dazu gehören beispielsweise:
Vitamine
Mineralstoffe
Spurenelemente
technologische Zusatzstoffe
ernährungsphysiologische Zusatzstoffe
Nicht jeder Zusatzstoff ist automatisch kritisch.
Genauso wenig ist jeder Zusatzstoff automatisch sinnvoll.
Entscheidend ist immer, welchen Zweck er erfüllt und ob sein Einsatz nachvollziehbar ist.
Weniger ist manchmal mehr
Gerade bei diesem Thema hat sich meine eigene Sichtweise in den letzten Jahren verändert.
Früher habe ich lange Listen mit zugesetzten Vitaminen und Mineralstoffen eher als Qualitätsmerkmal angesehen.
Heute sehe ich das etwas anders.
Ich frage mich inzwischen eher:
Warum musste überhaupt so viel ergänzt werden?
Natürlich gibt es darauf oft gute Gründe.
Trotzdem bevorzuge ich persönlich Futtermittel, deren Grundzutaten bereits möglichst viele Nährstoffe natürlich mitbringen.
Denn aus meiner Sicht sollte eine gute Rezeptur möglichst wenig "repariert" werden müssen.
💡 Meine persönliche Einschätzung
Ich bewerte zugesetzte Mineralstoffe heute deutlich entspannter als noch vor einiger Zeit.
Sie gehören bei vielen Futtermitteln einfach dazu und erfüllen eine wichtige Aufgabe.
Trotzdem schaue ich immer genauer hin.
Nicht jede lange Liste an Zusatzstoffen ist automatisch ein Qualitätsmerkmal.
Ich bevorzuge Rezepturen, die bereits durch ihre Grundzutaten überzeugen und möglichst wenig nachträglich ergänzt werden müssen.
Gut zu wissen
"Chemisch" bedeutet nicht automatisch schlecht.
Bezeichnungen wie Calciumcarbonat oder Zinkchelat klingen zunächst kompliziert, beschreiben aber lediglich die chemische Form eines Nährstoffs.
Viel wichtiger als der Name ist die Frage:
Warum wurde dieser Stoff zugesetzt?
Ist sein Einsatz sinnvoll?
Und hätte eine hochwertigere Grundrezeptur vielleicht einen Teil davon bereits natürlich liefern können?
💡 Mein Grundsatz
Eine hochwertige Rezeptur sollte möglichst viele Nährstoffe bereits über ihre natürlichen Rohstoffe liefern. Zusätze können sinnvoll und notwendig sein – sie sollten jedoch eine gute Rezeptur ergänzen und nicht deren Schwächen ausgleichen.

Kapitel 6 – Vitamine: Natürlich vorhanden oder künstlich ergänzt?
Vitamine gehören zu den lebensnotwendigen Nährstoffen eines Hundes und übernehmen zahlreiche Aufgaben im Körper.
Gerade bei Trockenfutter werden sie deshalb häufig nachträglich zugesetzt.
Das ist zunächst einmal nichts Ungewöhnliches.
Dennoch lohnt sich auch hier ein genauer Blick.
Es gibt heute durchaus Futtermittel, die auf einen Großteil oder sogar vollständig auf künstlich zugesetzte Vitamine verzichten können und trotzdem als Alleinfuttermittel alle gesetzlichen Anforderungen erfüllen.
Möglich wird das durch eine hochwertige Auswahl der Rohstoffe und eine möglichst schonende Verarbeitung, bei der viele natürliche Nährstoffe erhalten bleiben.
Andere Futtermittel müssen dagegen deutlich mehr Vitamine künstlich ergänzen. Das bedeutet nicht automatisch, dass sie schlecht sind. Es zeigt jedoch, dass die natürliche Versorgung über die Grundzutaten allein nicht ausreicht oder während der Herstellung entsprechende Nährstoffe verloren gegangen sind.
Deshalb schaue ich heute nicht nur darauf, welche Vitamine zugesetzt wurden, sondern frage mich vielmehr:
Warum mussten sie überhaupt zugesetzt werden?
Je hochwertiger und naturbelassener eine Rezeptur aufgebaut ist, desto weniger muss häufig nachträglich ergänzt werden.
Möchtest du dich intensiver mit diesem Thema beschäftigen, findest du auf unseren Blog bereits einen ausführlichen Artikel über Vitamine im Hundefutter und ihre Bedeutung für die Gesundheit deines Hundes.
💡 Meine persönliche Einschätzung
Ich habe nichts gegen künstlich zugesetzte Vitamine, wenn sie notwendig sind, um den Nährstoffbedarf eines Hundes zuverlässig zu decken.
Persönlich bevorzuge ich jedoch Rezepturen, die möglichst viele Vitamine bereits auf natürliche Weise über hochwertige Rohstoffe mitbringen.
Aus meiner Sicht ist das ein Zeichen dafür, dass die Qualität der Zutaten und die Verarbeitung besonders sorgfältig gewählt wurden.
Kapitel 7 – Marketingbegriffe: Was auf der Verpackung gut klingt, aber oft wenig aussagt
Wer schon einmal vor einem Regal mit Hundefutter gestanden hat, kennt das wahrscheinlich.
Überall springen einem Begriffe wie Premium, Super Premium, natürlich, schonend hergestellt, regional oder getreidefrei entgegen.
Oder auch Rassespezifisches Futter gleich mit Bild der Rasse aus dem Futtersack.
Auf den ersten Blick klingt das alles hervorragend.
Schließlich möchte jeder seinem Hund das bestmögliche Futter anbieten.
Doch genau hier beginnt häufig das eigentliche Problem.
Viele dieser Begriffe sind Werbeaussagen.
Sie sollen Aufmerksamkeit erzeugen und Vertrauen schaffen.
Ob das Futter tatsächlich hochwertig ist, verraten sie jedoch oft nur bedingt.
Deshalb schaue ich mir heute zuerst die Rückseite eines Futters an – und erst danach die Vorderseite.
Premium
"Premium" klingt nach besonders hochwertiger Qualität.
Tatsächlich ist dieser Begriff im Futtermittelbereich jedoch nicht geschützt.
Das bedeutet:
Grundsätzlich kann nahezu jeder Hersteller sein Futter als Premium oder sogar Super Premium bezeichnen.
Ob die Rezeptur diesen Eindruck tatsächlich bestätigt, entscheidet letztendlich allein die Zutatenliste.
Natürlich
Auch "natürlich" gehört zu den beliebtesten Werbeaussagen.
Natürlich klingt gesund.
Natürlich klingt hochwertig.
Natürlich klingt vertrauenswürdig.
Doch auch hier lohnt sich ein zweiter Blick.
Denn entscheidend ist nicht der Begriff auf der Verpackung, sondern die tatsächliche Zusammensetzung des Futters.
Getreidefrei
Getreidefrei war in den letzten Jahren vermutlich einer der größten Ernährungstrends überhaupt.
Heute sehe ich diesen Begriff deutlich entspannter.
Getreidefrei ist weder automatisch besser noch schlechter.
Entscheidend bleibt immer die Frage:
Wodurch wurde das Getreide ersetzt?
Regional
Auch "regional" liest man immer häufiger.
Grundsätzlich finde ich regionale Rohstoffe sehr positiv.
Der Begriff allein sagt jedoch noch nichts darüber aus,
welche Zutaten verwendet wurden,
wie hochwertig diese sind,
oder welchen Anteil sie tatsächlich ausmachen.
Ohne Zuckerzusatz
Mit dieser Aussage werben heute erfreulicherweise viele Hersteller.
Ich persönlich finde das grundsätzlich positiv.
Gleichzeitig sollte man sich davon aber nicht blenden lassen.
Ein Futter wird nicht automatisch hochwertig, nur weil kein Zucker zugesetzt wurde.
Futter speziell für bestimmte Hunderassen
Ein weiterer Marketingbegriff, der mir immer wieder begegnet, sind Futtermittel speziell für einzelne Hunderassen. Ob Chihuahua, Labrador, Französische Bulldogge oder Husky – für nahezu jede Rasse gibt es inzwischen ein eigenes Futter.
Grundsätzlich ist die Idee dahinter nicht völlig unbegründet. Unterschiedliche Hunderassen bringen zum Teil verschiedene körperliche Voraussetzungen, Größen oder genetische Veranlagungen mit. Ein wachsender Bernhardiner hat selbstverständlich andere Anforderungen als ein ausgewachsener Chihuahua.
Schaut man sich jedoch die Zutatenlisten vieler dieser Futtersorten genauer an, fällt häufig auf, dass sich die Rezepturen nur geringfügig unterscheiden. Oft werden lediglich einzelne Zutaten leicht angepasst, die Krokettengröße verändert oder bestimmte Zusätze ergänzt, wenn überhaupt. Die grundlegende Zusammensetzung bleibt dagegen häufig nahezu identisch. Für mich ist dies eine reine Marketingstrategie.
Aus meiner Sicht sollte deshalb nicht die Hunderasse auf der Verpackung über die Futterwahl entscheiden, sondern der einzelne Hund. Alter, Aktivitätsniveau, Gesundheitszustand, Verträglichkeit und die Qualität der gesamten Rezeptur spielen bei der Auswahl eines passenden Futters meist eine deutlich größere Rolle als die Rassebezeichnung auf dem Sack.
Monoprotein
Monoprotein bedeutet lediglich, dass das tierische Eiweiß überwiegend aus einer einzigen Tierart stammt.
Gerade bei Ausschlussdiäten oder bestimmten Unverträglichkeiten kann das sehr sinnvoll sein.
Für gesunde Hunde ist Monoprotein jedoch nicht automatisch besser als eine ausgewogene Rezeptur mit mehreren hochwertigen Proteinquellen.
Was ich stattdessen bewerte
Werbeaussagen interessieren mich heute deutlich weniger als früher.
Ich schaue stattdessen auf Fragen wie:
Ist die Deklaration transparent?
Wie hochwertig wirken die Rohstoffe?
Woher stammt das tierische Eiweiß und wie viel davon ist wirklich drin?
Wie lang ist die Zutatenliste?
Musste viel künstlich ergänzt werden?
Passt die gesamte Rezeptur zusammen?
Erst wenn diese Fragen beantwortet sind, spielen Werbeaussagen für mich überhaupt noch eine Rolle.
Marketing oder echter Mehrwert?
Eine schön gestaltete Verpackung verkauft ein Futter.
Eine transparente Zutatenliste schafft Vertrauen.
Deshalb lasse ich mich heute deutlich weniger von der Vorderseite einer Verpackung beeinflussen als noch vor einigen Jahren.
💡 Meine persönliche Einschätzung
Ich finde Marketing grundsätzlich nicht schlimm.
Jeder Hersteller möchte sein Produkt möglichst gut präsentieren.
Problematisch wird es erst dann, wenn Werbeaussagen wichtiger werden als die eigentliche Rezeptur.
Deshalb drehe ich einen Futtersack inzwischen fast automatisch um und lese zuerst die Zutatenliste.
Denn dort entscheidet sich für mich, ob ein Futter wirklich überzeugen kann.
💡 Mein Grundsatz
Die Vorderseite verkauft das Futter. Die Rückseite erklärt, was wirklich drinsteckt.

Mein persönliches Fazit: Transparenz schlägt jedes Werbeversprechen
Wenn ich in den letzten Jahren eines gelernt habe, dann ist es, dass sich die Qualität eines Hundefutters nicht an den Werbeversprechen auf der Vorderseite der Verpackung erkennen lässt. Entscheidend ist immer das, was in der Zutatenliste steht – und manchmal sogar das, was dort nicht steht.
Eine hochwertige Zutat bleibt eine hochwertige Zutat. Genauso wichtig ist für mich aber, wie offen ein Hersteller darüber spricht. Sind die Zutaten klar benannt? Werden Fettquellen, Proteinquellen oder Kräuter konkret aufgeführt? Oder verstecken sie sich hinter Sammelbegriffen wie „tierische Nebenerzeugnisse“, „Öle und Fette“ oder „pflanzliche Nebenerzeugnisse“?
Genau dort fängt für mich Transparenz an.
Ich möchte als Hundehalter nachvollziehen können, was täglich im Napf meines Hundes landet. Nicht, weil ich jeder einzelnen Zutat misstraue, sondern weil ich nur so überhaupt beurteilen kann, welche Qualität ein Futtermittel wirklich hat. Aus meiner Sicht gibt es keinen Grund, hochwertige Zutaten zu verschleiern. Wer gute Rohstoffe verwendet, darf sie meiner Meinung nach auch offen benennen.
Genauso wichtig ist aber auch, nicht einzelne Zutaten isoliert zu bewerten. Ob Getreide, Kartoffeln, Rübentrockenschnitzel, Kräuter oder Zusatzstoffe – keine dieser Zutaten ist automatisch gut oder schlecht. Entscheidend sind immer die Qualität, die eingesetzte Menge, die Verarbeitung und die gesamte Rezeptur.
Deshalb möchte ich dich mit diesem Artikel nicht davon überzeugen, ein bestimmtes Futter zu kaufen oder eine bestimmte Marke zu meiden. Mein Ziel ist ein anderes: Ich möchte, dass du beim nächsten Einkauf die Zutatenliste mit anderen Augen liest.
Frag dich zum Beispiel:
Sind die Zutaten klar und transparent deklariert?
Werden hochwertige Rohstoffe konkret benannt oder hinter Sammelbegriffen versteckt?
Welche Zutaten machen den größten Anteil des Futters aus?
Ergibt die gesamte Rezeptur für mich Sinn?
Kann ich die Qualität anhand der Deklaration überhaupt beurteilen?
Wenn du dir diese Fragen künftig stellst, hast du bereits mehr erreicht als viele Werbeversprechen jemals vermitteln können.
Denn am Ende entscheidet für mich nicht die schönste Verpackung, die größte Werbeaussage oder ein besonders modernes Marketing über die Qualität eines Futters. Entscheidend ist, ob der Hersteller transparent mit seinen Zutaten umgeht und ich nachvollziehen kann, was mein Hund Tag für Tag frisst.
Genau dazu möchte ich dich mit diesem Artikel ermutigen: Nicht alles zu glauben – sondern selbst kritisch hinzuschauen.
✔️ Meine Checkliste beim Futterkauf
Bevor ich ein Hundefutter bewerte, stelle ich mir heute unter anderem folgende Fragen:
☐ Ist die Deklaration transparent oder werden viele Sammelbegriffe verwendet?
☐ Woher stammt das Eiweiß?
☐ Wodurch wurden Kohlenhydrate oder Getreide ersetzt?
☐ Sind die Zutaten nachvollziehbar und sinnvoll zusammengestellt?
☐ Werden Zusätze gezielt eingesetzt oder sollen sie Schwächen der Rezeptur ausgleichen?
☐ Macht die gesamte Rezeptur auf mich einen stimmigen Eindruck?
☐ Passt dieses Futter überhaupt zu meinem Hund?
💡 Mein wichtigster Rat
Lasst euch nicht von großen Werbeversprechen auf der Vorderseite einer Verpackung blenden.
Dreht den Futtersack lieber einmal um und schaut euch die Zutatenliste in Ruhe an.
Mit etwas Hintergrund Wissen erkennt ihr oft schon sehr schnell, wie transparent ein Hersteller arbeitet und ob die Rezeptur zu eurem Hund passen könnte.
Nicht die schönste Verpackung entscheidet.
Sondern das, was tatsächlich im Napf landet.
"Wissen ersetzt keine gute Beratung – aber es hilft dabei, die richtigen Fragen zu stellen."
Ihr seid euch unsicher?
Auch mit etwas Hintergrundwissen bleiben manche Zutatenlisten kompliziert – und das ist völlig normal.
Wenn ihr euch unsicher seid, eine Deklaration nicht richtig einordnen könnt oder wissen möchtet, ob ein Futter zu eurem Hund passt, unterstützen wir euch dabei gerne.
Unsere Futtermittelberatung ist kostenlos und unverbindlich.
Gemeinsam schauen wir uns die aktuelle Fütterung, die Zutatenliste und die individuellen Bedürfnisse eures Hundes an. Dabei geht es nicht darum, ein bestimmtes Futter schlechtzureden oder euch etwas aufzuschwatzen.
Unser Ziel ist es, euch dabei zu helfen, die für euren Hund passende Ernährung zu finden und Zutatenlisten künftig selbst besser beurteilen zu können.
Denn informierte Hundehalter treffen meist die besseren Entscheidungen.
